Zentrale Ergebnisse der BGR-Energiestudie 2021

BGR-Energiestudie 2021 als PDF

Die vollständige Energiestudie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe liefert fundierte Daten und Analysen zur globalen und deutschen Energieversorgung.

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Einordnung und Zielsetzung der Studie

Die BGR Energiestudie 2021 der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe analysiert die Entwicklung der deutschen und globalen Energieversorgung mit Datenstand 2020. Vor dem Hintergrund der Klimaziele von Paris, der Covid-19-Pandemie und zunehmender geopolitischer Abhängigkeiten liefert die Studie eine faktenbasierte Grundlage für energiepolitische und rohstoffwirtschaftliche Entscheidungen. Im Fokus stehen fossile Energieträger, erneuerbare Energien, Kernbrennstoffe sowie Wasserstoff als zukünftiger Schlüsselenergieträger.

Globale Energiesituation: Fossile Dominanz trotz Rekordzubau bei Erneuerbaren

Der weltweite Primärenergieverbrauch wurde 2020 weiterhin zu rund 80 % durch fossile Energieträger gedeckt. Erdöl blieb mit etwa 31 % der wichtigste Energieträger, gefolgt von Kohle (27 %) und Erdgas. Die Covid-19-Pandemie führte zwar temporär zu einem Rückgang des Energieverbrauchs und der globalen CO₂-Emissionen um rund 7 %, änderte jedoch nichts an der strukturellen Dominanz fossiler Energien.

Gleichzeitig verzeichnete der Ausbau erneuerbarer Energien einen historischen Höchststand: 261 GW neu installierte Leistung weltweit, davon fast 45 % in China. Dennoch entfielen global lediglich rund 16 % des Primärenergieverbrauchs auf erneuerbare Energien. Besonders auffällig bleibt der geringe Beitrag von Wind- und Solarenergie zum globalen Energiemix außerhalb der Stromerzeugung.

Deutschland: Fortschritte im Stromsektor, hohe Importabhängigkeit

Deutschland nimmt im internationalen Vergleich eine Sonderrolle ein. Der Anteil erneuerbarer Energien lag 2020 bei rund 17 % des Primärenergieverbrauchs, während sie bereits 44 % der Stromerzeugung deckten. Erstmals produzierten erneuerbare Energien mehr Strom als alle fossilen Energieträger zusammen. Windenergie war mit 27 % Anteil am Strommix der bedeutendste Einzelenergieträger – noch vor der Braunkohle.

Trotz dieser Erfolge blieb die Importabhängigkeit des deutschen Energiesystems mit über 70 % sehr hoch. Erdöl und Erdgas stellen weiterhin die tragenden Säulen der Energieversorgung dar. Erdgas erreichte mit rund 27 % Anteil am Primärenergieverbrauch einen historischen Höchststand, während die inländische Förderung weiter zurückging und nur etwa 6 % des Bedarfs decken konnte.

Fossile Energieträger: Rückgang in der Nutzung, aber strukturell unverzichtbar

Die Nutzung von Kohle ging 2020 in Deutschland deutlich zurück. Der Anteil am Primärenergieverbrauch sank auf rund 16 %, die Förderung von Braun- und Steinkohle sogar um nahezu 20 %. Der politisch beschlossene Kohleausstieg bis spätestens 2038 – mit der Option einer Vorziehung auf 2030 – unterstreicht diesen Trend.

Erdöl blieb trotz eines pandemiebedingten Nachfragerückgangs von rund 9 % der wichtigste Energieträger Deutschlands. Besonders im Verkehrssektor ist die Abhängigkeit weiterhin hoch, da dort noch immer rund 94 % des Endenergieverbrauchs auf Mineralölprodukte entfallen.

Erneuerbare Energien: Schwerpunkt Strom, Defizite bei Wärme und Verkehr

Die Energiewende in Deutschland ist weiterhin stark auf den Stromsektor konzentriert. In den Bereichen Wärme und Verkehr verläuft die Transformation deutlich langsamer. Zwar steigt der Einsatz von Wärmepumpen, Biomasse und Solarthermie, doch lag der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung 2020 lediglich bei etwa 15 %.

Im Verkehrssektor dominierten Biokraftstoffe mit rund 7 % Anteil, während Elektromobilität trotz hoher Wachstumsraten noch eine untergeordnete Rolle spielte. Die Studie macht deutlich, dass ohne eine stärkere Sektorkopplung die Klimaziele langfristig nicht erreichbar sind.

Wasserstoff: Schlüsseltechnologie mit Importperspektive

Ein zentrales Zukunftsthema der Energiestudie ist Wasserstoff. Die EU plant bis 2030 eine Elektrolysekapazität von 40 GW, auch Deutschland verfolgt ambitionierte Ausbauziele. Wasserstoff gilt insbesondere für Industrieprozesse, den Schwerlastverkehr und als saisonaler Energiespeicher als unverzichtbar.

Gleichzeitig zeigt die Studie klar: Selbst bei ambitioniertem Ausbau der heimischen Elektrolysekapazitäten wird Deutschland langfristig auf Wasserstoffimporte angewiesen sein. Damit gewinnen Fragen der internationalen Energiepartnerschaften und Rohstoffsicherung weiter an Bedeutung.

Fazit: Energiewende zwischen Fortschritt und strukturellen Herausforderungen

Die BGR Energiestudie 2021 zeichnet ein differenziertes Bild. Deutschland und viele andere Staaten erzielen beachtliche Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere im Stromsektor. Gleichzeitig bleibt die globale und nationale Energieversorgung weiterhin stark von fossilen Energieträgern geprägt. Hohe Importabhängigkeiten, langsame Fortschritte in Wärme und Verkehr sowie der enorme Investitionsbedarf für Wasserstoffinfrastrukturen markieren zentrale Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte.

Die Studie leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer nüchternen, datenbasierten energiepolitischen Diskussion – jenseits von Zielsetzungen und Szenarien – und verdeutlicht, dass der Umbau der Energiesysteme eine langfristige, global koordinierte Aufgabe bleibt.

Viet Trinh

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